Eine erstarrte Lavawelle
03. Januar 2009 – Samstag
An diesem wolkenlosen Abend wollte ich dem fast halben Mond mal einen Besuch abstatten. So kurz nach 19:00 MEZ stellte ich den Dobson in den Garten, dann noch schnell die restlichen Sachen geholt, selber noch warm eingepackt und schnell wieder raus. Doch was musste ich feststellen? Innerhalb von 10 Minuten hatte sich der Himmel komplett zugezogen, der Mond war nur noch eine matte Scheibe. Um nicht alles umsonst in den Garten geschleppt zu haben, schwenkte ich doch noch schnell auf den Mond. Auffällig fand ich ein schwarze Linie zwischen den Maria Serenitatis und Imbrium, ein Schatten einer Brücke, die über die Meerenge führt und die Apenninen mit dem Kaukasus verbindet. Der Meeresrücken erweckte deutlich den Anschein, dass hier eine Lavawelle erstarrte, als sie sich von dem kleinen ins große Meer ausbreiten wollte. Stefan Seip hat das auf einer fantastischen Aufnahme des Fasthalbmondes festgehalten.
Beim Blick in den Rükl fiel mir auf, dass die Schatten werfernde Welle als Rimae Theaetetus bezeichnet wird, obwohl das Bild deutlich eine Erhebung zeigt. Ich gehe mal von einem Fehler aus, denn wie man auf diesem LPOD sieht, schließt sich nördlich des Rückens ein etwas ausgeprägtes Rillensystem an. Dabei scheint die Hauptrille nahtlos in die erstarrte Lavawelle überzugehen. Wie diese Struktur wohl entstanden ist? Nach fünf Minuten der Beobachtung hatte sich der Mond nun dermaßen verfinstert, dass ich nur noch abbauen konnte. Immerhin konnte ich ein wenig "Basaltsurfen".