NGC 752 und der Golfschläger

11. Januar 2008 - Freitag

Für meine "Interstellarum"-Rubrik in Heft 60 (Oktober/November 2008) steht jetzt NGC 752 fest. Draußen zeigten sich die Sterne und so konnte ich gleich eine Testbeobachtung mit dem 8x40 durchführen. Leider war es relativ diesig und auch Wolkenfelder zogen über den abendlichen Himmel, doch davon ließ ich mich nicht abhalten; die Grenzgröße lag noch gut über 5,5mag. Das Aufsuchen war noch ein Leichtes: zwischen gamma Andromedae und beta Triangulum, dem spitzen Winkel im Dreieck, sah ich 58 und 56 Andromedae. Letzterer ist der Ausgangspunkt. Mit Stativ und Fernglas hatte ich mich im Gartenstuhl zurückgelehnt. Als erstes sah ich, wie sich ein Dutzend heller Sterne herzförmig anordneten, wobei das optische Paar um 56 And die Spitze der Herzkette darstellt. Doch Männer wird eher das Sternmuster auffallen, welches einen Golfschläger formt. Es ist einer von vielen Asterismen des Amateurastronomen John Davis. Den Schaft des Schlägers bildete eine gut sichtbare Sternenkette, den Kopf stellte dabei wieder der optische Doppelstern aus zwei orangefarbenen Komponenten dar. Mit dem kleinen 8x40 kam ich auf eine Grenzgröße über 10,0mag. In der Verlängerung des Schlägerkopfes bzw. in der linken "Herzkammer" erschien später ein schwacher, runder und relativ großer Nebelfleck mit einer gesprenkelten Oberfläche: NGC 752 war gefunden. Im Verhältnis zum Golfschläger formte der Nebel einen überdimensionalen Golfball. Mehr als nur einige Lichtfunken in der milchigen, diffusen Scheibe war von dem Sternhaufen aber nicht zu sehen, auch mit indirektem Sehen nicht; die Größe schätzte ich auf knapp 30 Bogenminuten.

Währenddessen näherte sich 17P/Holmes weiter dem Kopf der Medusa, Algol. Und nach einer halben Stunde der Beobachtung verzog ich mich erstmal wieder nach drinnen.