Der Kleinste, der Heißeste und ...
04. Februar 2007 - Sonntag
... ein schwacher Uranus.
Am Sonntagnachmittag klarte es endlich mal wieder auf und die Sonne strahlte im blauen Raum. Zu Sonnenuntergang war der Himmel sogar fast komplett wolkenlos, da konnte ich doch die zur Zeit gute Abendsichtbarkeit des Merkur nicht ungenutzt verstreichen lassen. Gegen 17:30 MEZ versuchte ich erstmal die Venus im Dämmerlicht zu finden. Einige Kontrollblicke später fand ich sie auch - ich hatte viel zu tief gesucht. So hell und doch noch übersehen. Anschließend suchte ich im Internet die Position von Merkur.
Aufgrund des besseren Westblicks, beobachtete ich mit dem 10x50 durch eine Fensterscheibe. Und durch das Mückennetz wurde aus der heller werdenden Venus ein funkelndes Beugungsmuster mit Spikes und so, was sogar meiner Freundin gefiel. Von Venus ausgehend konnte ich Merkur beim ersten Schwenk entdecken. Es war kurz vor 18:00 MEZ. Den Abstand zwischen Merkur und Venus, den beiden innersten Planeten, bestimmte ich zu 6,5°, da beide gerade noch im Fernglas zusammen zu sehen waren. Ich versuchte es freisichtig und tatsächlich war Merkur als -0,8mag heller Lichtpunkt für das bloße Auge sichtbar.
15 oder 20 Minuten später versuchte ich Uranus noch zu erwischen, der sich zurzeit auch ganz in der Nähe von Venus befindet, aber es war doch noch zu hell und für eine gemeinsame Sichtung des Planetentrios senkte sich Merkur zu schnell. Dafür war unterhalb des Merkur ein wunderschöner Farbverlauf zu bewundern. Es war weniger ein Verlauf, eher waren es Bänder oder Stufen unterschiedlicher Dämmerlichtfarben. Für einen besseren Eindruck fand ich im AKM-Forum diese Fotos, die nicht weit von mir entfernt zwischen den Bonner Vororten Pützchen und Holzar entstanden.
Bei meiner Suche nach Uranus war schnell links über der Venus ein schwacher Punkt entdeckt, der sich später aber mit Karte als lambda Aquarii (3,7mag) herausstellte und den ich ab 18:30 MEZ freisichtig sehen konnte. Ich stand jetzt im Garten. Merkur war längst hinter den Dächern verschwunden, doch mit Venus, die auch nur noch in einem wahrhaften Durcheinander aus Ästen und Zweigen stand, als Ausgangspunkt, suchte ich weiter nach dem vorletzten Planeten: Uranus. Es muss kurz vor 19:00 MEZ gewesen, als ich durch das undurchdringliche Gestrüpp der Baumkronen endlich mit dem Fernglas ein schwaches Sternlein (5,9mag) fand, welches zwischen lambda und 83 Aquarii stehend nur Uranus sein konnte.
Mit beginnender Nacht wurde es auch schnell wieder diesig und ein Hof legte sich um den noch fast vollen Mond.