Zwei Sonnenkränze bei der Suche nach Luna

26./27. März 2006 - Sonntag/Montag

Auf der Fahrt ins Wahllokal konnte ich am Sonntag durch die getönte Autoscheibe schon einen diffusen Lichtring um die Sonne erkennen. Auch die Färbung glich einem großen Mondhof (Aureole) bei dichter Bewölkung. Bin mir zwar nicht mehr sicher, aber ich meine die westliche Nebensonne war auch zu sehen.

Wo ist Luna?

Das Wetter am Montag war wieder sehr wechselhaft und ein ordentlicher Wind pfiff um die Ecken. Und ein kleiner Frühlingsschauer rundete das Gesamtbild ab. Als sich zwischendurch weite Teile des Himmels auflockerten, wollte ich dann doch noch dem Mond 48 Stunden vor der Sonnenfinsternis auflauern. Ab kurz vor 11:30 MESZ hielt ich sporadisch nach Luna Ausschau. Beim ersten Anlauf war ich noch erfolglos, aber bei der nächsten größeren Wolkenlücke nahm ich dann doch das 10x50-Glas zu Hilfe. Ich setzte mich ans Fenster und bin nach kurzem Schwenken gleich fündig geworden. Eine weiße Mondsichel hatte im Gesichtsfeld Platz genommen.

Ich sah auf die Uhr: 12:46 MESZ. Da klingelte was bei mir. Sollte der maximale Bedeckungsgrad der partiellen Sonnenfinsternis am Mittwoch nicht zur selben Zeit stattfinden? Ein Blick auf Calsky bestätigte meine Annahme. Um 12:40 MESZ findet tatsächlich die größte Bedeckung für meinen heimischen Garten statt. Während bei mir nicht einmal 27% der Sonnenscheibe abgedeckt werden, verlässt zum selben Zeitpunkt die schwarze Sonne den afrikanischen Kontinent und der Mondschatten wandert über's Mittelmeer nach Kleinasien.

Da waren es also tatsächlich noch genau 48 Stunden. Die folgenden Versuche, den Mond vom Garten aus mit dem Fernglas aufzuspüren, scheiterten jedoch. Aber die flinken Wolkenfelder waren nicht nur hinderlich. Neben einer kurzzeitigen Nebensonne im Westen, blies der Wind zahlreiche irisierende Wolken an der Sonne vorbei, die wieder in vielen Farben schillerten. Jetzt aber her mit der Kamera, dachte ich nur noch und ein paar vorzeigbare Fotos wurden auf den Chip gebannt. Die begeistern mich einfach jedes Mal.

Doppelt gekrönte Sonne

Eine zufällige Entdeckung ließ meine Freude aber noch mehr steigen. So ganz nebenbei entdeckte ich beim Versteckspiel mit der Sonne zwei Kränze. Das hat mich echt umgehauen. Um bei meiner Suche nach der schmalen Mondsichel am (fast) blauen Mittagshimmel der Sonne nicht zu nahe zukommen, blendete ich sie - wie üblich mit Dächern und Fassaden - ab. Ich dachte ich seh nicht richtig, als ich einen farbenprächtigen Halbkreis entdeckte, den ich genauso von vielen Bildern im Internet kannte. Den blaugrünen Bereich grenzten zwei rötliche Farbbögen ein. Wunderschön! Umso mehr freute ich mich dann noch, als das Ablichten der doppelten Sonnenkrone nach einigen Versuchen doch noch geklappt hat.

Und wieder eine zufällige Erstsichtung mehr. Kurz gesagt: Begeisterung pur!