Eine halbe Venus und ein doppelter Dreier

20. Januar 2009 – Dienstag

An diesem klaren Abend hab ich mal wieder 'ne kleine Runde mit dem Fernglas gedreht. Schließlich muss man auch die kalten Winterabende nutzen, wenn es früh dunkel wird; am nächsten Morgen rappelt der Wecker eh wieder um 4. Also hab ich schon um kurz nach 17:00 MEZ mein 20x60 aus dem Winterschlaf geholt und die strahlende Venus angepeilt. Gerade zur Dämmerung lässt sich die Phasengestalt am besten erkennen, denn wenn es erst Nacht geworden ist, wird das Planetenscheibchen nur noch überstrahlt, dass es schwer wird irgendwas zu erkennen. Aber so war die Gestalt der hellen Halbvenus spielend leicht zu sehen. Später am Abend – sozusagen als "Betthupferl" – hab ich mir nochmal den Mehrfachstern sigma Ori im Fernglas angeschaut. Doch während sich die dritte Komponente bei meinem ersten Besuch noch zu erkennen gab, blieb sie dieses Mal verborgen. Direkter Nachbar ist STF 761, ein weiterer Mehrfachstern, der sich im 20x60 nur doppelt zeigt. Doch schon mit einem kleinen Fernrohr sollten sich beide Binärsysteme mit jeweils drei Sternen präsentieren: ein Double-Triple sozusagen, das ein schönes Winterpendant zum Double-Double epsilon Lyr abgibt, wie diese Zeichnung zeigt.


sigma Ori und STF 761, Jeremy Perez