M 51 mit 40mm Öffnung
25./26. Januar 2009 – Sonntag/Montag
Die Nacht auf Montag hab ich mit einer Ausdauerbeobachtung an M 51 verbracht. Zuvor hatte ich jedoch schon ganz zufällig die ISS gesichtet, als sie zwischen Kastor und Pollux hindurchflog. Ab kurz vor 23:00 MEZ war ich dann drei Stunden unter dem gestirnten Winterfirmament, mitgenommen hab ich nur das 8x40 und 10x50 sowie das Stativ. Den Okularkoffer hatte ich zwar auch mit in den Garten genommen, aber den Saturn hatte ich dann doch sträflich vernachlässigt; so kam der 8-Zöller also nicht zum Einsatz. Der Himmel war sternenklar, er schien mir aber nicht ganz so brilliant zu sein, Messungen der Grenzgröße mit dem bloßen Auge oder dem SQM habe ich nicht durchgeführt; es werden vielleicht so um die 5,8mag gewesen sein. Neue Objekte hatte ich mir nicht rausgesucht – wie leider zu oft -, und so blieb es dann nur bei ein paar Klassikern.
Mit dabei M 31, die ich zwar schon früh am Abend beobachtet hab, aber für meine Gartenverhältnisse dann doch schon zu tief stand. Im stativgestützten 10x50 war nur die helle Kernregion sichtbar und lediglich angedeutet war die Galaxienscheibe, so dass ich M 31 wenigstens länglich sehen konnte, und auch die außermittige Lage des Kerns ließ sich noch wahrnehmen. Dieser matte Anblick war jedoch kein Vergleich mit Beobachtungen in den besten Herbstnächten, wenn die Grenzgröße bei 6,0mag liegt, M 31 sehr hoch den Meridian kreuzt und ich diese 2,5 Millionen Lichtjahre entfernte Nachbargalaxie im Gras liegend im 10x50 beobachte. Wenn ich dann den ausgedehnten Lichtschimmer sehe, so dass ich bereits die hellen Feldsterne in der Nähe zum Ausmessen verwenden kann, erhalte ich eine Eindruck von ihrer wahren Ausdehnung und davon, wie sie sich unter einem alpinen Sternenhimmel zeigen muss.
Später am Abend war auch Burnham 536 dabei. Mit dem 10x50 war dieser Doppelstern mitten in den Plejaden eindeutig zu trennen. Danach versuchte ich noch eine Auflösung von Mizar und M 40 (Winnecke 4), aber bei beiden reichte das 10x nicht aus. Zwischendurch blieb ich noch bei M 1 hängen. Er war noch relativ einfach zu finden, während der Beobachtung wurde auch die leichte Längsausdehnung sichtbar und zwei Mal meinte ich auch meinen 10,3mag-Stern ganz kurz blinken zu sehen.
Und danach kam ich auch schon zum ungewollten Hauptprogramm: M 51. Ungewollt deshalb, weil ich eigentlich nicht vorhatte, mich zwei Stunden lang von diesem Nebelklecks festhalten zu lassen. Ich wollte eigentlich nur meine Sichtung aus dem letzten Frühjahr verifizieren, als ich überraschend einfach und mehrfach die Begleitgalaxie NGC 5195 deutlich aufblitzen sah – mit einem 8x40-Fernglas! Doch diese Überprüfung sollte unerwartet einige Zeit in Anspruch nehmen, was ich einfach mal auf die schlechtere Transparenz schiebe. Im 10x50 war M 51 schnell gefunden, relativ groß und hell zeigte sie sich, bei indirektem Sehen konnte ich so eine kreisrunde Galaxienscheibe von 7 Bogenminuten Durchmesser überblicken. Doch der Begleiter zierte sich und als einiges an Zeit vergangen war, wechselte ich zum 8x40. Und während ich so fernab vom Planeten Erde schwebte, planschte unser Kater Luzifer in Eislöchern auf dem noch zugefrorenen Gartenteich herum. Ich versuchte immer in einem anderen Winkel an der einigermaßen hellen Galaxie vorbeizuschauen, schließlich hatte ich auch den Eindruck, dass neben ihr ganz kurz ein Sternchen aufblitzte. Ansonsten deutete sich ein paar Mal eine länglicher Nebelfleck an, der mitunter sogar getrennt zu sein schien. Für mich war das aber noch nicht genug Bestätigung, da ich mich die ganze Zeit mit Streulicht herumschlug. So zog ich mit Fernglas, Stativ und Stuhl auf das Feld hinter der gegenüberliegenden Straßenseite. Hier bedeckten Häuser, hohe Bäume und Hecken die größten Streulichtquellen des Dorfes. Allzuviel hat es allerdings nicht gebracht, bis auf die Tatsache, dass zu guter Letzt wieder im selben Positionswinkel wie vorher etwas blickweise auftauchte. Nun war mir klar: Auch wenn die erfolgreiche Sichtung diesmal sichtlich schwieriger war, ich musste nun doch das kleine galaktische Anhängsel der wechselwirkenden Galaxiengruppe Arp 85 wiederentdeckt haben – wieder mit meinem 8y40! Damit beendete ich die stundenlange Galaxienjagd, schließlich nervte der Kater, der mich begleitet hatte, immer mehr: nicht nur stimmlich, er nahm auch den Stuhl für sich in Anspruch, schubberte sich an den Stativbeinen und schnurrte mir ins Gesicht, während ich durch die Okulare hinauf zu den Sternen sah.
Weitwinkelaufnahmen von M 51 bestätigten am darauffolgenden Tag meine Sichtung. Die Beobachtung hatte ich ohne das Wissen gemacht, in welchem Winkel sich die Begleitgalaxie tatsächlich befindet. Und er stimmte tatsächlich überein.